10.12.2012

Die einheitliche Wertstofftonne kommt / Abfalltrennung wird 2013 einfacher


Jogurtbecher in die Gelbe Tonne, kaputtes Plastiksieb in die Orange Box oder zum Recyclinghof, das ist nicht besonders logisch und ab Januar 2013 auch vorbei. In der neuen einheitlichen Wertstofftonne werden alle Abfälle aus Kunststoff, Metall und Verbundmaterialien gesammelt – egal ob sie Verpackungen sind oder nicht. So wird die Abfalltrennung einfacher und dadurch – so die Erwartung – werden auch mehr Menschen zum Trennen animiert.

Im April dieses Jahres hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, die Berliner Stadtreinigung und die für die Verpackungsabfälle zuständigen dualen Systeme eine Vereinbarung zur Einführung dieser einheitlichen Wertstoffsammlung unterzeichnet. In den vergangenen Monaten haben die Firma ALBA, die die Ausschreibung der dualen Systeme für die Einsammlung von Leichtverpackungen in Berlin gewonnen hat, und die BSR die Details der praktischen Umsetzung geklärt.


Das Ergebnis:

  • Ab Januar 2013 werden die Gelbe Tonne, die Gelbe Tonne Plus und die Orange Box zusammengeführt. Neue Behälter werden dafür aus ökologischen – und auch wirtschaftlichen – Gründen nicht aufgestellt. Zur Kennzeichnung werden alle Behälter sukzessive mit einem neuen erklärenden Aufkleber gekennzeichnet. Aber auch ohne Aufkleber gilt jede orangefarbene oder gelbe Tonne ab 1. Januar 2013 als neue Wertstofftonne. In den Sacksammelgebieten bleibt es beim Gelben Sack – allerdings wird auch dieser zum Wertstoffsack.

  • Mit einem Informationsblatt werden BSR und ALBA die Berliner Haushalte über die neue Wertstofftonne informieren. Zudem stehen die Informationsmaterialien auch den Wohnungsunternehmen und Hausverwaltungen zur Verfügung.

  • Alle wesentlichen Informationen rund um die neue Wertstofftonne, wie Trennhilfen, und Service-Hotlines, sind ab sofort online unter www.wertstofftonne-berlin.de zu finden. Ab Januar 2013 sind dort auch die jeweils geltenden Abfuhrtermine verfügbar.

  • Elektrokleingeräte, Textilien, Holz und Datenträger dürfen nicht in die Wertstofftonne beziehungsweise den Wertstoffsack. Diese Stoffe können wie bisher auf den 15 Recyclinghöfen abgegeben werden. Für Elektrokleingeräte stehen zudem dort, wo die Bezirke dies genehmigt haben, rund 50 Container der BSR im öffentlichen Straßenland.

  • ALBA und BSR übernehmen hinsichtlich der Abfuhr der neuen Wertstofftonne unterschiedlich große Stadtgebiete in Berlin. Die BSR wird danach in den Ortsteilen Wittenau, Reinickendorf, Alt-Hohenschönhausen, Neu-Hohenschönhausen, Britz, Mariendorf, Lankwitz und Lichterfelde die Abfuhr übernehmen. In den anderen Ortsteilen holt ALBA die neuen Wertstofftonnen ab.

  • Die Sortierung aller Inhalte der Wertstofftonne erfolgt ebenfalls ortsnah in Berlin, und zwar in der ALBA-Sortieranlage am Hultschiner Damm in Mahlsdorf.

„Mit der einheitlichen Wertstofftonne ist es uns gelungen, auf Basis der bestehenden Gesetze die Wertstoffsammlung zu vereinfachen. Damit setzen wir nicht nur eine politische Forderung um, sondern machen das Trennen für die Bürgerinnen und Bürger einfacher. Ein weiterer Anreiz zum Trennen ist sicher auch, dass die Wertstofftonne gratis ist. Wir rechnen damit, dass bis zu 7 Kilogramm mehr recycelbare Materialien pro Jahr und Einwohner erfasst und der Verwertung zugeführt werden können“, so Staatssekretär für Verkehr und Umwelt Christian Gaebler aus Anlass der heutigen Vorstellung der neuen Tonne in Berlin.

„Mit der neuen Wertstofftonne wird die Abfalltrennung für die Berlinerinnen und Berliner einfacher und umweltfreundlicher. Jeder Bürger trägt so ein Stück dazu bei, unsere endlichen Ressourcen zu schonen. Durch die gemeinsame berlinweite Tonne wird zum einen die Recyclingquote deutlich gesteigert und zum anderen erheblich Kohlendioxid eingespart“, so ALBA-Mitinhaber und -Vorstandsvorsitzender Dr. Eric Schweitzer.

„Ressourcen schonen, Klimawandel stoppen, mehr erneuerbare Energie, das sind wichtige gesellschaftliche Themen und da spielt auch die Abfallentsorgung eine Rolle. Je mehr Abfälle sauber getrennt werden, umso mehr Rohstoff kann wieder in den Kreislauf eingespeist werden. Die bunten Tonnen auf den Müllplätzen sind ein Zeichen dafür. Nutzen tut es allerdings nur, wenn möglichst alle mitmachen. Dieses Mitmachen wollen wir auch mit der neuen Wertstofftonne fördern“, meint Vera Gäde-Butzlaff, Vorstandsvorsitzende der Berliner Stadtreinigung.