26.03.2012

Ergebnissprung für Interseroh-Gruppe nach Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit ALBA / INTERSEROH SE legt Jahresabschluss für 2011 vor


- Vertrag mit ALBA zeigt schon im ersten Jahr Wirkung
- Operatives EBT steigt um mehr als 20 Prozent (rund 6,8 Mio. Euro) auf 39,3 Mio. Euro
- Bereinigter Umsatz klettert um 22 Prozent auf 2,2 Mrd. Euro

Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler INTERSEROH SE hat das Geschäftsjahr 2011 mit einem um Entkonsolidierungsgewinne bereinigten Ergebnisplus (EBT) von rund 6,8 Mio. Euro auf 39,3 Mio. Euro abgeschlossen (Vorjahresvergleichswert: 32,5 Mio. Euro).

Bei der Bilanzpressekonferenz in Köln sagte Vorstandschef Dr. Axel Schweitzer: „2011 war für die Interseroh-Gruppe ein Jahr der Veränderungen. Wir haben uns mit dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit ALBA gesellschaftsrechtlich und strukturell so aufgestellt, dass wir einerseits die Risiken der extrem hohen Volatilität an den Rohstoffmärkten beherrschen, andererseits sich abzeichnende Zukunftstrends mitgestalten und zunehmend Rohstoffpartner für die Industrie sind. Unsere Geschäftszahlen zeigen schon nach etwas mehr als sechs Monaten, dass wir mit dem eingeschlagenen Weg richtig lagen und liegen. Zudem lassen die Unsicherheiten bei der Rohstoffbeschaffung das Interesse an Recycling in Deutschland signifikant steigen.“

Wie das Unternehmen heute anlässlich der Veröffentlichung des Jahresabschlusses mitteilte, betrug das um Entkonsolidierungsgewinne (Gewinne aus der Veräußerung vollkonsolidierter Gesellschaften) bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Ergebnisanteilen an assoziierten Unternehmen (EBIT) für das Geschäftsjahr 2011 rund 54,8 Millionen Euro (bereinigter Vorjahresvergleichswert: 48,6 Mio. Euro). Dabei flossen in die Ermittlung von EBIT und auch EBT nur die Ergebnisse der Segmente Stahl- und Metallrecycling sowie Dienstleistung ein.

Die Gesellschaften des Segmentes Rohstoffhandel wurden zum Ende des dritten Quartals 2011 an die Muttergesellschaft der INTERSEROH SE, die ALBA Group plc & Co. KG, veräußert und mit dem Geschäft der ALBA zusammengeführt. Unter Einbeziehung des Geschäftsbereiches Rohstoffhandel und nach Bereinigung um Entkonsolidierungsgewinne hätte das EBIT rund 56,7 Mio. Euro betragen (2010: 49 Mio. Euro), das EBT 40,8 Mio. Euro (2010: 32,1 Mio. Euro).

Der Umsatz aus den fortzuführenden Geschäftsbereichen Stahl- und Metallrecycling sowie Dienstleistung kletterte von 1,8 Milliarden Euro auf 2,2 Milliarden Euro. Der Umsatz im Segment Rohstoffhandel betrug bis zum 30. September 2011 127,8 Mio. Euro (Vorjahresvergleichwert: 107,7 Mio. Euro).

Axel Schweitzer: „In einem aufgrund der EU-Krise schwierigen konjunkturellen Umfeld sind wir weiter profitabel gewachsen. Zudem haben wir von unserer stärkeren internationalen Ausrichtung profitiert.“

Vertrag mit ALBA zeigt schon im ersten Jahr Wirkung

Der Vorstandsvorsitzende führte die positive Ergebnisentwicklung auch auf die Integration der Interseroh-Gruppe in die ALBA Group zurück. Durch den Abschluss des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages (BGAV) zwischen ALBA und Interseroh seien beide Unternehmensgruppen in der Gestaltung von Vereinbarungen untereinander flexibel und könnten in allen Geschäftsbereichen unbürokratisch kooperieren. Dies sei auch für die Entwicklung geschlossener Kreisläufe und Innovationen in der Aufbereitung von Abfällen von großer Bedeutung.

Schweitzer: „Durch den Abschluss des BGAV gehört Interseroh unter dem Dach der ALBA Group zu einer der weltweit zehn größten Unternehmensgruppen für Umweltdienstleistungen und Rohstoffhandel. Das wollen wir weiter festigen. Vor dem Hintergrund des starken weltweiten Wachstums der Branche ist das ein anspruchsvolles Ziel.“ Schweitzer betonte weiter: „Wir haben unsere professionelle Vertriebsmannschaft auf neue Produkte und Nischenmärkte eingeschworen, wo wir deutlich bessere Ertragschancen sehen. Ein Beispiel sind die zahlreichen Rücknahmesysteme für Handel und Industrie.“

Wie jüngste Veröffentlichungen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) zeigten, ließen Unsicherheiten bei der Rohstoffbeschaffung in Deutschland das Interesse der Industrie an Recycling signifikant steigen. Bereits heute sähen 76 Prozent der deutschen Unternehmen in der Entwicklung der Rohstoff- und Energiepreise das Top-Risiko für die Zukunft ihrer Unternehmen.

Interseroh habe den Trend zu einer erhöhten Nachfrage nach Recyclingmaterial erkannt, biete seit Jahren wertvolle Sekundärrohstoffe an und sei Vorreiter in der Entwicklung von geschlossenen Kreisläufen und neuer Verfahren zur Aufbereitung von Abfällen und Wertstoffen. Beispielsweise habe Interseroh mit Unternehmen der Kunststoffindustrie einen innovativen Kunststoff aus nahezu 100 Prozent Recyclingmaterial hergestellt. Die Qualität des Recyclingkunststoffs Procyclen sei vergleichbar mit den Parametern von Neumaterial.

Die Anzahl der in der Interseroh-Gruppe beschäftigten Mitarbeiter belief sich im Jahresdurchschnitt auf 1.959 (Vorjahresvergleichswert: 1.774). Insbesondere im Segment Stahl- und Metallrecycling sind aufgrund des Erwerbs von Gesellschaften die Mitarbeiterzahlen gestiegen.

Die Entwicklung der Segmente im Einzelnen

Der Umsatz im Segment Stahl- und Metallrecycling stieg von 1.384,5 Mio. Euro auf 1.743,5 Mio. Euro. Das EBIT in diesem Segment in Höhe von 33,9 Mio. Euro (i. Vj.: 35,5 Mio. Euro) und das EBT in Höhe von 16,7 Mio. Euro (i. Vj.: 19,5 Mio. Euro) konnten der positiven Umsatzentwicklung nicht folgen. Dies lag vor allem an steuerlichen Einmaleffekten. Diese hatten Auswirkungen auf das EBIT in Höhe von 995.000 Euro und auf das EBT in Höhe von rund 3,7 Mio. Euro.

Der Geschäftsbereich Dienstleistung erwirtschaftete einen Umsatz von 478,8 Mio. Euro (i. Vj.: 452,9 Mio. Euro). Trotz des schwierigen Marktumfelds beliefen sich das EBIT in Höhe von 22,1 Mio. Euro (i. Vj.: 22,7 Mio. Euro) und EBT in Höhe von 23,8 Mio. Euro (i. Vj.: 22,6 Mio. Euro) auf Vorjahresniveau. Im Vorjahr waren Entkonsolidierungsgewinne in Höhe von 7,1 Mio. Euro enthalten.

Zwischen den beiden Segmenten wurden Umsätze in Höhe von 11,6 Mio. Euro konsolidiert (i. Vj.: 5,2 Mio. Euro). Die segmentübergreifenden Konsolidierungen im EBIT betrugen 0,1 Mio. Euro (i. Vj.: 0,03 Mio. Euro). Segmentübergreifende Konsolidierungen mit Auswirkungen auf das EBT lagen wie im Vorjahr nicht vor.

Der Umsatz im Segment Rohstoffhandel betrug 127,8 Mio. Euro (9 Mon. d. Vj.: 107,7 Mio. Euro). Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 3,5 Mio. Euro (9 Mon. d. Vj.: 7,7 Mio. Euro, 12 Monate d. Vj.: 4,2 Mio. Euro).

Das Konzernergebnis belief sich auf 37,2 Mio. Euro (i. Vj.: 34,1 Mio. Euro).

Ausblick

Für 2012 geht der Vorstand der INTERSEROH SE, bedingt durch die Verschuldung zahlreicher Staaten im Euroraum und einer weltweit schwächeren Konjunktur als 2011, von einem volatilen, fragilen ökonomischen Umfeld und stark schwankenden Rohstoffpreisen aus.

Axel Schweitzer: „2012 wird ein anspruchsvolles Jahr, weil die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen alles andere als rosig sind. Gleichwohl ist Interseroh sehr gut im Markt positioniert. Die Aufstellung der Interseroh-Gruppe unter dem Dach der ALBA Group schafft die optimale Voraussetzung, weiter zu wachsen. Mein Ziel ist es, die Profitabilität der Gruppe weiter zu steigern. Dennoch rechnen wir 2012 bei Umsatz und Ergebnis mit leichten Einbußen.“

Schweitzer kündigte an, dass Interseroh mit seinen Rücknahmesystemen in weiteren europäischen Ländern Fuß fassen wolle. Im Segment Stahl- und Metallrecycling sehe die Unternehmensgruppe Chancen in der Konzentration auf rohertragsstärkere Produkte wie Nichteisen-Metalle und legierte Schrotte.

Für 2013 erwarte Interseroh dagegen wieder eine Steigerung von Umsatz und Ergebnis.


Die vollständigen Statements zur Bilanzpressekonferenz sowie die dazu gehörige Präsentation finden Sie unter: http://www.interseroh.com/corporate/investor-relations/finanzberichte/geschaeftsberichte/