10.05.2010

Interseroh startet erfolgreich ins neue Geschäftsjahr


Ergebnis vor Steuern steigt bereits im ersten Quartal 2010 über das EBT des gesamten Geschäftsjahres 2009 / Langfristig profitables Wachstum im Blick

Die INTERSEROH SE hat das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres deutlich positiv abgeschlossen: Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler erzielte im ersten Quartal 2010 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 7,0 Mio. Euro gegenüber -9,8 Mio. Euro im vergleichbaren Vorjahresquartal. Eine wachsende Nachfrage nach Sekundärrohstoffen mit kontinuierlich steigenden Preisen beeinflusste die Geschäftsentwicklung positiv. Das EBT des ersten Quartals 2010 liegt damit bereits deutlich über dem EBT des gesamten Geschäftsjahres 2009. Die aufhellende Konjunktur sowie die vermehrte Substitution von Primärrohstoffen durch Sekundärrohstoffe führten zu einer gestiegenen Nachfrage nach Altpapier, Schrotten und hochwertigen Altkunststoffen.

Von der Trendwende an den Rohstoffmärkten konnte die Interseroh-Gruppe direkt profitieren: Der konsolidierte Konzernumsatz der Gruppe stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 258,7 Mio. Euro auf 438,6 Mio. Euro im ersten Quartal 2010. Im gleichen Zeitraum kletterte das EBIT von -3,7 Mio. Euro auf 11,3 Mio. Euro. Mit Beginn des Geschäftsjahres 2010 wurde die Definition des Konzern-EBIT modifiziert (im Wesentlichen Ausschluss des Beteiligungsergebnisses). Entsprechend wurden die Vorjahreszahlen angepasst.

„Aktuell stellen wir fest, dass Sekundärrohstoffe wieder knapp werden. Die Nachfrage liegt rohstoffübergreifend deutlich über dem Angebot. Verglichen mit den extremen Monaten der Wirtschaftskrise hat sich damit die Situation an den Rohstoffmärkten wieder vollständig umgekehrt“, erklärt Dr. Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der INTERSEROH SE.

Höhere Absatzmengen und gestiegene Einkaufspreise an den Stahlschrottmärkten ließen das Working Capital im ersten Quartal im Vergleich zum Stichtag 31. Dezember 2009 steigen. Folglich wuchs die Bilanzsumme der Interseroh-Gruppe, während die Nettoverschuldung auf gleichem Niveau verharrte.

Entwicklung der Segmente

Begünstigt von der guten Konjunkturlage stiegen im Berichtszeitraum in allen drei Segmenten der Interseroh-Gruppe die Absatzmengen und damit einhergehend die Umsatzerlöse:

Im Segment Stahl- und Metallrecycling nahm sowohl die Nachfrage nach Stahlschrotten als auch nach Nichteisenmetallen kontinuierlich zu. Besonders stark war die asiatische Nachfrage nach Nichteisenmetallen. Zudem führten höhere Preise des für die Produktion von Primärstahl notwendigen Eisenerzes zu einer vermehrten Substitution von Eisenerz durch Stahlschrotte, was den Preisanstieg noch beschleunigte. Der Umsatz im Geschäftsbereich Stahl- und Metallrecycling verdoppelte sich nahezu von 158,7 Mio. Euro im ersten Quartal 2009 auf 308,3 Mio. Euro im ersten Quartal 2010.

Im Segment Dienstleistung stieg der Umsatz von 70,5 Mio. Euro auf 100,7 Mio. Euro, was im Wesentlichen auf ein höheres Geschäftsvolumen im Bereich der Verkaufsverpackungen zurück zu führen ist. In allen Geschäftsbereichen führten die gestiegenen Rohstoffpreise ebenfalls zu einer Umsatzerhöhung. Dagegen fiel der Mengenanstieg im Gesamtmarkt lizenzierter Leichtverpackungen unbefriedigend aus. Die Mengen lizenzierter Verpackungen in Deutschland liegen weiter deutlich unter der Gesamtmenge an entsorgten Verpackungen. Die Systembetreiber erwarten eine verstärkte Kontrolle der Mengenmeldungen durch die Vollzugsbehörden, damit die 5. Novelle der Verpackungsordnung effektiv greift.

Im ersten Quartal waren die Sammelmengen für Altpapier und Altkunststoffe geringer als die Nachfrage. Die Preise lagen deutlich über dem Niveau des Vorjahresvergleichszeitraumes. Im März stieg die Verfügbarkeit von Altkunststoffen bei weiterhin guten Preisen. Aufgrund des geringen Aufkommens stieg der Umsatz im Bereich Rohstoffhandel gegenüber dem Vorjahr nur leicht von 33,6 Mio. Euro auf 35,1 Mio. Euro. Der Umsatz im Holzbereich konnte aufgrund gestiegener Vermarktungspreise gesteigert werden. Das Aufkommen an gebrauchten Hölzern lag unter dem Niveau des ersten Quartals 2009.

Gute Branchenaussichten

Für das laufende Geschäftsjahr geht der Vorstand auch weiterhin von anspruchsvollen Märkten aus. Interseroh rechnet aufgrund der sich stabilisierenden Konjunktur und der prognostizierten Nachfragesteigerung insbesondere in den asiatischen Ländern mit einer positiven, aber volatilen Marktentwicklung für alle Sekundärrohstoffe. Dabei zielt das Unternehmen auf ein langfristig profitables Wachstum, das heißt, ein im Vergleich zum Umsatz überproportional wachsendes Ergebnis.

Das Ausmaß der Ergebnisverbesserung hängt jedoch wesentlich von der Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.

„Mit der neu aufgestellten Interseroh-Gruppe haben wir im vergangenen Jahr die Strukturen geschaffen, um vom prognostizierten Wachstum der Recyclingindustrie zu profitieren. Der Bedarf nach Rohstoffen wird in den nächsten Jahren steigen. Parallel wird die Bedeutung von Sekundärrohstoffen weiter zunehmen. Eine Studie aus dem Hause Roland Berger schätzte jüngst das Marktvolumen des Green Business, wozu auch die Recyclingwirtschaft zählt, bis 2020 auf 470 Mrd. Euro. Interseroh hat in der Gruppe die Weichen gestellt, um an dieser Entwicklung teilzuhaben“, so Schweitzer.