11.04.2013

Trotz Stahlkrise: ALBA SE über Niveau 2010 / Frühindikatoren deuten auf Erholung hin / ALBA SE legt Jahresabschluss für 2012 vor


+ Operatives EBT sinkt um 6,8 Prozent auf 37,7 Mio. Euro
+ Konsolidierter Konzernumsatz mit 1,9 Mrd. Euro um 12,8 Prozent niedriger als 2011

Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler ALBA SE, eine Tochtergesellschaft der ALBA Group, hat im Geschäftsjahr 2012 ein positives Ergebnis vor Steuern (EBT) von 37,7 Millionen Euro erzielt und damit rund 6,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Grund für das leicht schwächere Ergebnis war eine vor dem Hintergrund der Euro- und der europäischen Konjunkturkrise spürbar schwächere Nachfrage nach Stahlschrotten und Metallen sowie eine nachlassende Wachstumsdynamik in China.

„Wir liegen mit unserem Ergebnis für 2012 immer noch über dem Niveau von 2010, was uns zeigt, dass wir das schwierige Marktumfeld im Segment Stahl- und Metallrecycling im Branchenvergleich besser gemeistert haben als viele andere Unternehmen“, so Dr. Axel Schweitzer, Vorstandsvorsitzender der ALBA SE, aus Anlass der heute in Köln präsentierten Bilanz für 2012. Schweitzer weiter: „Wir haben schon im vergangenen Geschäftsjahr deutlich gemacht, dass 2012 ein anspruchsvolles Jahr wird. Das hat sich leider bewahrheitet.“

So nannte Schweitzer die Produktionsrückgänge in den von der europäischen Staatsschuldenkrise betroffenen Ländern, Spanien, Italien, Portugal und Griechenland im vergangenen Jahr dramatisch. Gleichzeitig habe die Rohstoffproduktion in Deutschland unter der des Vorjahres gelegen und die schwächere Wachstumsdynamik in China Auswirkungen auf das Schrottgeschäft gehabt.

Für 2013 sprach Schweitzer von erfreulichen Signalen für eine Erholung der Stahlindustrie im zweiten Halbjahr des Jahres. Aus China gebe es erste Nachfrageimpulse, insbesondere für Nichteisen-Metalle. Gleichzeitig rechne er aber mit einer weiterhin schwierigen Situation im europäischen Binnenmarkt und einem nur verhaltenen Wachstum in Deutschland, sagte Schweitzer weiter.

In Deutschland sehe der Vorstand vor allem für das Duale System „erhebliche Risiken, die auf mangelnde Kontrollen zur Einhaltung der Verpackungsverordnung zurückzuführen seien.

Um der Situation Rechnung zu tragen, sieht sich die ALBA SE mit ihrem aktuellen Marktanteil gut positioniert. Das Duale Systemgeschäft bleibt dennoch weiterhin ein wichtiges strategisches Geschäftsfeld.

Schweitzer kündigte zudem für die ALBA SE-Gruppe weitere Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung an: „Wir treiben die Integration der Interseroh-Gesellschaften in die ALBA Group voran. Die nächsten zwei Jahre werden wir darauf verwenden, diese Integration strukturseitig zu optimieren. Die effiziente Auslastung der Ressourcen, die Steigerung der Servicequalität und die Hebung von Synergien innerhalb der ALBA Group sind dabei unsere wesentlichen Ziele.“

Schweitzer gab in diesem Zusammenhang bekannt, im Jahr 2013 auch den Markenauftritt der Gruppe besser zu strukturieren. So sei geplant, die Stahl- und Metallrecycling-Töchter, die derzeit noch unter eigenen Namen am Markt agieren, zu ALBA-Gesellschaften zu machen. Schweitzer: „Um deutschlandweit unverwechselbar zu bleiben, wollen wir es wagen, uns von bisher rein regional bekannten Marken und Logos zu trennen. Am Ende soll der Kunde in Würzburg genauso wie in Rostock wissen: Wenn ich zu ALBA gehe, kann ich mich darauf verlassen, dass ich bekomme, was ich brauche und Preis und Qualität stimmen.“

Wie das Unternehmen mitteilte, beträgt das Ergebnis vor Zinsen, Ertragsteuern und Ergebnisanteilen an assoziierten Unternehmen (EBIT) für das Geschäftsjahr 2012 rund 50,2 Mio. Euro (i. Vj. 55,9 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern (EBT) 37,7 Mio. Euro (i. Vj. 40,4 Mio. Euro). Der konsolidierte Konzernumsatz beläuft sich auf 1.926,9 Mio. Euro (i. Vj. 2.210,7 Mio. Euro).

Das Konzernergebnis beläuft sich für 2012 auf 33,3 Mio. Euro (i. Vj. 37,2 Mio. Euro).

Überblick: Geschäftsverlauf in den Segmenten

Trotz rückläufigem Umsatz wies das Segment Dienstleistung im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Ergebniszuwachs auf. Laut Vorstandsvorsitzendem Axel Schweitzer waren hierfür mehrere Ursachen maßgeblich verantwortlich: „Durch die strategische Erweiterung unseres Dienstleistungsportfolios bei Bestandskunden konnten wir der konjunkturellen Entwicklung entgegenwirken“, so Axel Schweitzer. Zudem habe man konsequent renditeschwache Verträge im Dualen System verändert.

Insgesamt sei noch deutlicher als in den Vorjahren spürbar gewesen, dass das Interesse der produzierenden Industrie an nachhaltiger Versorgung mit Rohstoffen gestiegen sei. „Wir sind sehr erfreut darüber, dass wir mit dem von uns gemeinsam mit der Kunststoffindustrie entwickelten Sekundärkunststoff Procyclen aus nahezu 100 Prozent Recyclingmaterial hier ein Produkt anbieten können, das im vergangenen Jahr mehrfach ausgezeichnet wurde“, so Schweitzer.

Der innovative Kunststoff erhielt im vergangenen Jahr drei Preise: Im März 2012 verlieh der Bundesverband Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte e. V., Köln, der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH den Sonderpreis für Nachhaltigkeit, der Huber Verlag für Neue Medien GmbH nahm das Unternehmen in die Bestenliste des INDUSTRIEPREISES 2012 auf und im November erhielt die INTERSEROH Dienstleistungs GmbH gemeinsam mit einem Kunden den „Best Recycled End-Consumer Product 2012“-Preis.

Top Player im internationalen Marktumfeld


Zusätzlich baute die ALBA SE ihre Position als Top Player im internationalen Marktumfeld weiter aus. Im Ranking der deutschen Schrottaufbereiter rangieren die im Segment Stahl- und Metallrecycling tätigen Tochtergesellschaften der ALBA SE unter den Top 3. Mit einem Umschlagplatz in Schweden und dem Erwerb der ALBA Balkan-Gruppe Ende 2012 inklusive der damit verbundenen Erweiterung um zwölf Schrottplätze in Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro und Rumänien wurden 2012 weitere wichtige Schritte zum Ausbau der Position als internationaler Player im Handel mit Stahl- und Nichteisen-Metallen getätigt.

Die Entwicklung der Segmente im Einzelnen

Das Marktumfeld im Segment Stahl- und Metallrecycling gestaltete sich im Geschäftsjahr 2012 deutlich schwieriger als erwartet, woraus Umsatz- und Ergebniseinbußen resultierten. Das Segment erwirtschaftete einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro (i. Vj. 1,7 Mrd. Euro), Das EBIT in diesem Segment beträgt 18,6 Mio. Euro (i. Vj. 33,9 Mio. Euro), das EBT 3,1 Mio. Euro (i. Vj. 16,7 Mio. Euro).

Der Umsatzanteil des Geschäftsbereiches Dienstleistung beläuft sich auf 330,9 Mio. Euro (i. Vj. 478,8 Mio. Euro). Diesem rückläufigen Umsatz konnte das Segment jedoch bereits zu Beginn des Geschäftsjahres steigende Ergebnisse entgegensetzen. So beträgt das EBIT 31,6 Mio. Euro (i. Vj. 22,1 Mio. Euro) und das EBT stieg von 23,8 Mio. Euro auf 34,6 Mio. Euro.

Ausblick

Das insgesamt schwache wirtschaftliche Umfeld führt auch für das laufende Geschäftsjahr 2013 zu einer gedämpften Prognose. Bundesweit gehen Wirtschaftsexperten nach wie vor von einer schwachen wirtschaftlichen Entwicklung aus und rechnen lediglich mit einem Zuwachs des deutschen Bruttoinlandproduktes von knapp einem Prozent. Die schlechten Konjunkturaussichten spiegeln sich ebenfalls in der Prognose der Stahlindustrie wieder: Hier wird für das Jahr 2013 nur mit einer leichten Erholung gerechnet.

Axel Schweitzer: „Die Rahmenbedingungen sind immer noch alles andere als einfach. Die wirtschaftliche Lage bleibt entsprechend weiterhin angespannt. Solange wir in Europa mit den bekannten Problemen von Staats- und Währungskrise zu kämpfen haben, wird sich auch die deutsche Konjunktur dieser Entwicklung nicht ganz entziehen können. Dennoch erwarten wir, dass sich die wirtschaftliche Dynamik in den Schwellenländern beschleunigen und damit ein wichtiger Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland gegeben wird.“

Für die ALBA SE sehe er Chancen und Potenziale in der aktiven Portfolioumgestaltung vor allem in Richtung der Weiterentwicklung des internationalen Handels. Mit dem Erwerb der Gesellschaften auf dem Balkan sei die ALBA SE-Gruppe zu den Top Ten der Schrott-Lieferanten in der Türkei aufgestiegen. „Durch die Bündelung von Mengen und den Ausbau des internationalen Streckengeschäftes werden wir diese Marktposition weiter ausbauen“, so Schweitzer.

Für das Segment Dienstleistung liege der Fokus auf der weiteren Entwicklung neuer Geschäftsfelder sowie in neuen Märkten zur Unterstützung eines nachhaltigen Wachstums. Insbesondere soll das Geschäftsvolumen im Bereich der Business Unit recycled resource weiter ausgebaut werden.