14.09.2017

Wirtschaftsprüfer bestätigt: Duales System Interseroh hat eine weiße Weste

Jagd nach 60 Millionen Euro: Offenlegung der Mengenmeldungen


Sammlung der Gelben Säcke

Köln. Bei der Suche nach Mengenabweichungen und Unregelmäßigkeiten im Bereich der Verpackungsentsorgung hat das Duale System Interseroh eine weiße Weste. Der zuständige System-Wirtschaftsprüfer bescheinigt dem Kölner Unternehmen, dass die Mengenmeldungen an die Clearingstelle und das DIHK-Register weitestgehend übereinstimmen. Bei den Leichtverpackungen (LVP) aus Gelbem Sack und Gelber Tonne sind die Mengen identisch, die Abweichung beträgt 0 Tonnen. Bei Altglas lag die Differenz bei 120 (+0,1Prozent) Tonnen, bei der Fraktion Papier/Pappe/Karton (PPK) bei 694 (+0,5 Prozent) Tonnen. „Die dargestellten Differenzen beruhen ausschließlich auf nachträglichen Mengenanpassungen und Nachtragsmengen von Kunden nach dem 30. April 2017“, schreibt der Systemwirtschaftsprüfer in seiner Bescheinigung für das Duale System Interseroh.

„Der Datenabgleich war erforderlich, da es zwischen den Stichtagen 30. April und 6. Juli 2017   offensichtlich zu Nachmeldungen von Systembetreibern an den DIHK gekommen ist. Anders können wir die Differenz in Höhe von 90.000 Tonnen LVP und den wirtschaftlichen Schaden in Höhe von circa 60 Millionen Euro nicht erklären“, sagt Markus Müller-Drexel, Geschäftsführer der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH. „Eine Verteilung dieses Schadens auf alle Systeme ist weder für die Verpflichteten noch für jene Systembetreiber akzeptabel, die korrekte Datenmeldungen vorgenommen haben.“

In den vergangenen Tagen hatten bereits das Duale System Deutschland (DSD, 323 Tonnen) und BellandVision (98 Tonnen) ihre Mengendifferenzen für LVP zum Stichtag offengelegt. Diese drei Systeme, die gemeinsam im Jahr 2016 einen Marktanteil an der LVP-Erfassung von fast 65 Prozent hatten, repräsentieren damit gemeinsam eine Abweichung von 421 Tonnen. Das sind gerade einmal circa 0,47 Prozent jener fast 90 000 Tonnen, die beim Vergleich der Mengenmeldungen an die Gemeinsame Stelle und das DIHK-Register für das Jahr 2016 aufgedeckt worden waren.

Müller-Drexel appellierte nochmals an alle Systembetreiber, ebenfalls alle Mengenmeldungen offenzulegen und so auch gegenüber den Kunden für Transparenz zu sorgen. „Bis die neu eingerichtete Zentrale Stelle die lückenlose Prüfung der Meldungen übernimmt, ist es an den Systembetreibern, durch einen transparenten und fairen Clearingstellenvertrag für einen fairen Wettbewerb zu sorgen. Wir würden es begrüßen, wenn weitere Systembetreiber dem Clearingstellenvertrag für 2018 beitreten.“ Bisher haben die vier Systembetreiber DSD, BellandVision, Reclay und Interseroh den neuen Vertrag gezeichnet. 

Über Interseroh:

Interseroh ist neben ALBA eine der Marken unter dem Dach der ALBA Group. Die ALBA Group ist in Deutschland und Europa sowie in Asien mit insgesamt rund 7.500 Mitarbeitern aktiv. Im Jahr 2016 erwirtschaftete sie einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Euro. Damit ist die ALBA Group einer der führenden Recycling- und Umweltdienstleister sowie Rohstoffversorger weltweit. Durch die Recyclingaktivitäten der ALBA Group konnten allein im Jahr 2015 fast 5,9 Millionen Tonnen Treibhausgase im Vergleich zur Primärproduktion und rund 51,8 Millionen Tonnen Primärrohstoffe eingespart werden.

Weitere Informationen zu Interseroh finden Sie unter www.interseroh.de. Unter www.albagroup.de/presse können alle Pressemitteilungen der ALBA Group als RSS-Feed abonniert werden. Bitte beachten Sie auch unser Onlineportal mit Informationen rund um die Themen Rohstoffe und Recycling: www.recyclingnews.info.

Das anliegende Foto ist unter der Quellenangabe „ALBA Group“ frei verwendbar.