14.11.2013

Zwischenmitteilung zum 3. Quartal 2013 // ALBA SE kündigt enge Verzahnung der Stahl- und Metallrecyclingsparte mit Entsorgungs- und Recyclinggeschäft der ALBA Group an


+ Management reagiert damit auf rückläufigen Umsatz und gesunkenes Ergebnis
+ Konsolidierter Umsatz in den ersten neun Monaten beträgt 1,3 Mrd. Euro, EBT 9,47 Mio. Euro

Köln. Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler ALBA SE wird seine Stahl- und Metallrecyclingsparte sukzessive mit dem klassischen Entsorgungs- und Recyclinggeschäft der ALBA Group eng verzahnen. Das kündigte das Unternehmen anlässlich der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal 2013 an. Beide Geschäftsfelder werden ab sofort von Joachim Wagner, Vorstandsmitglied der ALBA Group und Executive Director der ALBA SE, für die nationalen Regionen Nord und Süd in Personalunion geführt. „Ziel ist es, unseren Kunden alle Dienstleistungen aus einer Hand anzubieten. Deshalb werden wir zunehmend auch auf unseren Plätzen ein umfassendes Leistungsspektrum aus beiden Geschäftsfeldern unterbreiten sowie die Logistik effizient aufeinander abstimmen“, so der Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Axel Schweitzer. Damit reagiert das Unternehmen auf die anhaltend schwache Marktentwicklung in der europäischen Stahlindustrie.

In den ersten neun Monaten 2013 erwirtschafteten die ALBA SE und die mit ihr verbundenen Tochterunternehmen einen konsolidierten Umsatz von 1.301,42 Mio. Euro (Vj.: 1.518,91 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Ergebnisanteilen an assoziierten Unternehmen, Zinsen und Steuern (EBIT) beläuft sich zum 30. September 2013 auf 17,61 Mio. Euro (Vorjahresvergleichswert: 35,69 Mio. Euro), das Ergebnis vor Steuern (EBT) auf 9,47 Mio. Euro (Vj.: 26,23 Mio. Euro). Bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 5,63 Mio. Euro beträgt das EBIT 23,24 Mio. Euro und das EBT 15,10 Mio. Euro.

Im dritten Quartal 2013 lag das EBIT mit 6,07 Mio. Euro unter dem des dritten Quartals des Vorjahres (3. Quartal 2012: 15,21 Mio. Euro), ebenso das EBT mit 3,83 Mio. Euro (Vergleichswert: 12,88 Mio. Euro). Der Umsatzbeitrag der Monate Juli bis September sank konsolidiert auf 424,76 Mio. Euro (Vergleichswert: 463,91 Mio. Euro).

Im Vergleich zum 31. Dezember 2012 hat sich die Bilanzsumme nur unwesentlich verändert. Die ALBA SE-Gruppe ist weiterhin in die Finanzierung der ALBA Group eingebunden. Hierdurch ist gewährleistet, dass der ALBA SE-Gruppe in ausreichendem Maße liquide Mittel zur Verfügung stehen. 

„Die angekündigte verhalten positive Entwicklung der europäischen Stahlindustrie für das zweite Halbjahr 2013 ist ausgeblieben. Damit ist das laufende Geschäftsjahr in der gesamten Schrottwirtschaft eines der schlechtesten seit Beginn der 90er Jahre“, sagte Schweitzer. Die Stahlbranche kämpfe weiterhin mit Überkapazitäten, einer verhaltenen Nachfrage und hohem Preisdruck. Die Stahlproduzenten in Europa schrieben überwiegend rote Zahlen. Diese Situation sei nicht ohne Auswirkungen auf das Geschäft des Segmentes Stahl- und Metallrecycling geblieben. Darüber hinaus belaste das Segment Dienstleistung die immer noch mangelhafte Kontrolle der durch die Vollzugsbehörden festgelegten Ausführungsbestimmungen der Verpackungsverordnung.

Neben der engeren Verzahnung des Segmentes Stahl- und Metallrecycling mit dem Entsorgungs- und Recyclinggeschäft der ALBA Group werde das Unternehmensportfolio der ALBA SE weiter überprüft. „Wir treiben den Umbau konsequent voran, indem wir die Bereiche mit einem Alleinstellungsmerkmal am Markt stärken, die Wertschöpfung und das Wachstum in zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern vertiefen und Aktivitäten, die nicht auf unserem strategischen Pfad liegen, zurückfahren“, so Schweitzer.

Entwicklung der Segmente im Einzelnen

Das Segment Stahl- und Metallrecycling bewegte sich in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres in einem anhaltend schwierigen Marktumfeld mit gesunkener Nachfrage und niedrigeren Preisen als in den ersten neun Monaten 2012. Hinzu kam eine gestiegene Materialknappheit. Diese Situation spiegelte sich in einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Ergebnis wider. Der Geschäftsbereich erwirtschaftete Umsatzerlöse in Höhe von 1.062,95 Mio. Euro (Vj.: 1.267,81 Mio. Euro).

Im dritten Quartal 2013 wurden in Deutschland 3,3 Prozent weniger Rohstahl produziert als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der Wirtschaftsvereinigung Stahl beruht dieser Rückgang auf einer ungewöhnlichen Häufung von Produktionsunterbrechungen durch beispielsweise Reparaturen und Werksferien. In Summe wurden in Deutschland in den ersten neun Monaten 2,2 Prozent weniger Rohstahl produziert als im Vorjahreszeitraum, in der EU 27 waren es 4,2 Prozent weniger. Die Nachfrage nach Stahlschrott in der EU 27 und der Türkei war zurückhaltend. Zudem erschwerte ein starker Euro den Export.

Die niedrige Nachfrage nach Stahlschrott führte zu einem niedrigen Preisniveau. Der durchschnittliche Preis für die Leitschrottsorte 2 betrug in den ersten drei Quartalen 2013 297,00 Euro im Vergleich zu 324,52 Euro in den ersten neun Monaten 2012.

Die Preise für Nichteisen-Metalle (NE-Metalle) sanken seit Mitte Februar mit einer zwischenzeitlich kurzen Erholung weiter und bewegten sich Ende Juni auf dem niedrigsten Stand des laufenden Jahres. Der Kupferpreis erreichte im Juni sogar den tiefsten Stand seit drei Jahren. Im dritten Quartal erholten sich die Kurse leicht. Die Nachfrage nach NE-Metallen lag unter der des Vorjahresvergleichszeitraumes.

Das Segment Stahl- und Metallrecycling führte den angekündigten Prozess der Portfolio-Optimierung im dritten Quartal fort. Um für die weitere Internationalisierung bestens aufgestellt zu sein, wurde im Hafen von Amsterdam ein neues Exportterminal erworben, mit dem neue Ausfuhrmöglichkeiten für Stahlschrott und NE-Metalle geschaffen werden. Amsterdam ersetzt das bisherige Exportterminal in Dordrecht und soll im Januar 2014 in Betrieb genommen werden. Zur Portfolio-Optimierung gehörte auch der Verkauf der INTERSEROH NRW GmbH, Dortmund, der am 1. Oktober 2013 vollzogen wurde.

Der Umsatz im Segment Dienstleistung sank von 258,29 Mio. Euro in den ersten neun Monaten 2012 auf 244,87 Mio. Euro in den ersten drei Quartalen 2013. Ursächlich dafür sind Umsatzrückgänge im Geschäft mit Transport- und Verkaufsverpackungen aufgrund niedrigerer Vermarktungskonditionen als im Vorjahreszeitraum.

Durch den Rückgang der lizenzierten und damit von Herstellern und Importeuren bezahlten Menge an Verkaufsverpackungen bei Wettbewerbern erhöhten sich die Entsorgungskosten der Business Unit Duales System Interseroh.

Die Business Unit Recycling Solutions Interseroh konnte Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insbesondere durch Neukundenakquisition im Bereich Facility Management und durch den Ausbau der Filialentsorgung steigern.

Die INTERSEROH Austria GmbH, Wien/Österreich, erhielt die Lizenz zum Betrieb des Sammel- und Verwertungssystems für gewerblich anfallende Verpackungen zurück. Das Unternehmen musste jedoch aufgrund der viermonatigen Pause Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen. Zudem standen die Tarifentgelte für Sammelsysteme 2013 in Österreich unter Druck.

Die Entwicklung der Altpapier- und Kunststoffpreise hat über die Vermarktungserlöse einzelner Business Units unmittelbaren Einfluss auf den Geschäftsverlauf der Business Units. Die niedrigen Rohstofferlöse belasteten die Ergebnisse vermarktungsstarker Geschäftseinheiten.

Ausblick

Für das Segment Stahl- und Metallrecycling erwartet das Management weiterhin schwierige konjunkturelle Rahmenbedingungen. Bei Stahlschrotten wird im vierten Quartal mit weiter leicht rückläufigen Preisen bei konstanter Nachfrage gerechnet, bei NE-Metallen mit einem weiterhin niedrigen Preisniveau und ebenfalls konstanter Nachfrage. Die Situation am Beschaffungsmarkt wird angespannt bleiben. Das Management geht für das Geschäftsjahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr von einem Umsatzrückgang sowie einem deutlich rückläufigen Vorsteuerergebnis aus. 

Der Margendruck wird im Segment Dienstleistung auch zukünftig anhalten. Insgesamt rechnet das Management mit einer Reduzierung des Vorsteuerergebnisses und einer Verschiebung der Umsätze zugunsten nicht regulierter Geschäftsbereiche.

Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet die ALBA SE insgesamt einen Umsatzrückgang sowie eine deutliche Reduzierung des Vorsteuerergebnisses im Vergleich zum Vorjahr.