Abfallwirtschaft

Alle Tätigkeiten und Aufgaben, die mit Vermeidung, Verringern, Verwerten und Beseitigen von Abfällen zusammenhängen, werden als Abfallwirtschaft bezeichnet. In Deutschland ist die Abfallwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden. 14 Prozent der Rohstoffe, die die heimische Wirtschaft verbraucht, werden aus Abfällen gewonnen. Mehr als 260.000 Beschäftigte in etwa 11.000 Unternehmen erwirtschafteten in den vergangenen Jahren einen Umsatz von rund 70 Milliarden Euro. Miteingeschlossen sind in der Berechnung für die Branche gebaute Maschinen sowie der Handel mit Sekundärrohstoffen.

Spektakulär sind die Erfolge der Abfallwirtschaft im Klimaschutz: Die Emissionen aus der Abfallwirtschaft wurden seit 1990 um etwa 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten reduziert - zuletzt waren es jährlich rund 400.000 Tonnen. Der Beitrag der Abfallwirtschaft zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zeigt sich in den weltweit höchsten Verwertungsquoten, durch die Rohstoffe und Primärenergie eingespart werden. In Deutschland werden jährlich  rund 60 Prozent der Siedlungs- und Produktionsabfälle verwertet. Bei einzelnen Abfällen liegen die Recyclingquoten noch höher, zum Beispiel bei Bauabfällen bei 90 Prozent, bei Verpackungen bei 85 Prozent und bei grafischen Papieren bei rund 80 Prozent.

Die Umweltpolitik zielt darauf ab, die Abfall- und Kreislaufwirtschaft in den nächsten Jahren zu einer Stoffstromwirtschaft weiterzuentwickeln. Durch konsequente Getrennthaltung von Abfällen, ihre Vorbehandlung, durch Recycling oder energetische Nutzung wird angestrebt, die im Abfall enthaltenen Stoffe vollständig zu nutzen und eine Deponierung von Abfällen überflüssig zu machen.