Biomassekraftwerk

Biomassekraftwerke sind Kraftwerke, die Wärme und/oder Strom unter Nutzung des energetischen Potenzials von Biomasse produzieren. Als Biomasse werden alle pflanzlichen und tierischen Stoffe bezeichnet, wobei Biomasse aus Holz den größten Mengenanteil ausmacht. 

Mit Inkrafttreten des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), der Biomasseverordnung und der Altholzverordnung wurden in Deutschland die Weichen für eine klima- und ressourcenschonende Stromerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen gestellt. Das EEG fördert den Einsatz nachwachsender Rohstoffe in Form einer Vergütung pro erzeugte Kilowattstunde Strom. Mit der EEG-Novelle aus dem Jahr 2016 wurde beschlossen, dass für Altholzkraftwerke die Förderung in den kommenden Jahren ausläuft. Bioabfallvergärungsanlagen müssen sich an Ausschreibungsverfahren beteiligen.

Größere Anlagen mit bis zu 20 Megawatt Leistung werden beispielsweise in kommunalen Kläranlagen oder in der Holzindustrie betrieben. Sie verfügen meist über eine Kraft-Wärme-Kopplung. Die Wärme wird in Form von Prozessdampf in angrenzenden Industrien oder zur Nahwärmeversorgung genutzt.

Bei diesen Großanlagen wird üblicherweise die sogenannte Wirbelschichtverbrennung bevorzugt. In der Wirbelschicht werden Brennstoff und Verbrennungsluft ständig in Bewegung gehalten. Die Luftverteilung über das gesamte "Brennstoffbett" ist sehr gleichmäßig, wodurch geringe Emissionen entstehen. Solche Biomassekraftwerke unterliegen strengsten Anforderungen an Grenzwerte gemäß 17. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV). Sie verfügen daher über spezielle Reinigungsanlagen, die Schadstoffe und kleinste Staubpartikel aus dem Rauchgas filtern.