Mengenstromnachweis

Im Zusammenhang mit der Entsorgung und Verwertung von Verpackungen bezieht sich der Begriff Mengenstrom auf die unterschiedlichen Verpackungsmaterialien, deren "Strom" dokumentiert werden soll. Am konkreten Beispiel: Nachdem der Verbraucher seinen Verpackungsabfall in die gelbe Tonne geworfen hat, wird diese von einem Entsorger abgeholt. Der Entsorger arbeitet im Auftrag der Betreiber dualer Systeme und fährt das Material in eine Sortieranlage.

Das dort erzeugte sortenreine Material geht dann an einen Verwerter, der es stofflich oder thermisch verwertet. Entsorger und Verwerter dokumentieren die jeden Monat gesammelte, sortierte und aufbereitete Tonnage und geben die Daten, den so genannten Verwertungsnachweis, dann an die jeweiligen Betreiber der dualen Systeme weiter. Diese Daten bilden die Basis für den Mengenstromnachweis des Herstellers.

Rechtliche Grundlage ist die Verpackungsverordnung. Dort heißt es: "Wer Verpackungen in Umlauf bringt, muss diese zurücknehmen und einer Verwertung zuführen." Für diese Verwertung gelten - aufgeschlüsselt nach den verwendeten Materialien unterschiedliche Quoten, die nachzuweisen sind.

Sowohl duale Systeme als auch Anbieter von Branchenlösungen müssen der für die Abfallwirtschaft jeweils zuständigen obersten Landesbehörde jedes Jahr einen Mengenstromnachweis vorlegen. Er dient als Nachweis über die Erfüllung ihrer Pflichten für die in Deutschland gesammelten und verwerteten Verkaufsverpackungen und enthält Daten über die ordnungsgemäße Sammlung, Sortierung und Verwertung.

Die Anforderungen an den Mengenstromnachweis für Verkaufsverpackungen sind in der Verpackungsverordnung konkretisiert. Die Quoten für die stoffliche Verwertung ("Recycling") betragen für Glas 75 Prozent, für Weißblech 70 Prozent, für Aluminium 60 Prozent und für Papier 70 Prozent. Kunststoffverpackungen müssen zu 60 Prozent verwertet werden, wobei davon wiederum 60 Prozent stofflich verwertet werden müssen.

Im Mengenstromnachweis muss nachgewiesen werden, dass die in der Verordnung festgesetzten Verwertungsquoten erreicht wurden. Die Erfüllung dieser Erfassungs- und Verwertungsanforderungen ist durch einen unabhängigen Sachverständigen auf der Grundlage der Nachweise zu bescheinigen. Die Bescheinigung ist vom Betreiber eines dualen Systems beziehungsweise vom Selbstentsorger bei der nach dem Umweltauditgesetz errichteten Stelle zu hinterlegen.