Plastiktüten

Die Plastiktüten sind teilweise heftig umstritten – vor allem diejenigen, die zum Transport von Einkäufen verwendet werden. An sich haben Plastik- beziehungsweise Kunststofftüten viele Vorteile: Sie haben eine hohe Festigkeit, niedrige Herstellungskosten, sind wasser- und chemikalienbeständig, leicht und lassen sich wiederverwenden und anschließend recyceln.  Eine Papiertüte müsste beispielsweise dreimal sooft wiederverwendet werden, um die gleichen Umweltbilanz zu erzielen.

Ihr schlechtes Image kommt hauptsächlich durch die Verschmutzung der Umwelt. Vor allem in Ländern, in denen es keine Verwertungssysteme für Altkunststoffe gibt und wo die Menschen ihren Müll achtlos wegwerfen, gelangen viele Plastiktüten unkontrolliert in die Umwelt. Um den Umgang mit den Tüten bewusster zu machen, kosten diese an den Supermarktkassen in Deutschland Geld.

Auf EU-Ebene wird seit Jahren über eine Begrenzung des Plastiktütenverbrauchs gerungen. Derzeit verbraucht jeder EU-Bürger etwa 200 Tüten jährlich – in Deutschland sind es nur rund 70 Stück. Mitte 2015 einigten sich die Vertreter der EU-Mitgliedsstaaten, dass der Verbrauch von Plastiktüten bis 2025 um 80 Prozent gesenkt werden soll – auf 45 Tüten pro Einwohner. Jeder Staat soll selbst entscheiden, wie er die Reduzierung erreichen kann. Ab 2018 dürfen  Plastiktragetaschen nicht mehr kostenlos herausgegeben werden. Inzwischen verlangen fast alle Händler Geld für Plastiktaschen oder wollen sie ganz abschaffen.

Seit Jahren gibt es auch Plastiktüten aus nachwachsenden Rohstoffen beziehungsweise aus biologisch abbaubaren Kunststoffen. Beide Formen sind aber umstritten: Die Herstellung ist teuer und energieintensiv. Außerdem verdrängen sie Lebensmittelanbauflächen und verursachen – wenn sei fälschlicherweise mit herkömmlichen Kunststofftüten entsorgt werden – Probleme beim Kunststoffrecycler.