14.08.2015

Plan zur Restrukturierung greift – Ergebnis der ALBA SE deutlich im Plus

Halbjahresfinanzbericht der ALBA SE 2015


+++ Gruppe erwirtschaftet im ersten Halbjahr 2015 ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 16,0 Mio. Euro – das entspricht einem Plus von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahr (1. Hj. 2014: 9,1 Mio. Euro) +++ 

+++ Umsatz wächst um nahezu 6 Prozent von 748,7 Mio. Euro auf 792,6 Mio. Euro +++

+++ Management erwartet zum Ende des Geschäftsjahres positives EBT +++

 

Köln. Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler ALBA SE hat in den ersten sechs Monaten 2015 in Folge der implementierten Restrukturierungsmaßnahmen und der Umsetzung der angekündigten Portfoliooptimierung sein Ergebnis stark verbessert. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) stieg um 76,2 Prozent auf 16,0 Mio. Euro nach 9,1 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2014. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Ergebnisanteilen an assoziierten Unternehmen (EBITDA) verbesserte sich im ersten Halbjahr 2015 auf 24,7 Mio. Euro und lag damit um mehr als 14 Prozent über dem Vorjahresvergleichswert von 21,5 Mio. Euro. Der Umsatz erhöhte sich um fast 6 Prozent auf 792,6 Mio. Euro (Vorjahresvergleichswert: 748,7 Mio. Euro).

Anlässlich der Vorlage des Halbjahresfinanzberichtes der ALBA SE sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Dr. Axel Schweitzer: „Angesichts der anhaltend schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen im Segment Stahl- und Metallrecycling und dem intensiven Wettbewerb im Segment Dienstleistung haben wir uns im ersten Halbjahr 2015 gut behauptet. Das zeigt eindrücklich, dass wir mit unserer strategischen Neuausrichtung richtig liegen und unsere Maßnahmen zur Kostenreduktion und Portfoliooptimierung wirken.“

Im Vergleich zum 31. Dezember 2014 hat sich die Bilanzsumme nur unwesentlich erhöht. Sie stieg um 22,0 Mio. Euro auf 488,1 Mio. Euro. Die ALBA SE-Gruppe ist weiterhin in die Finanzierung der ALBA Group eingebunden. Hierdurch ist gewährleistet, dass der ALBA SE-Gruppe in ausreichendem Maße liquide Mittel zur Verfügung stehen.

Die ALBA SE-Aktie notierte bei Eröffnung des XETRA-Handels am 2. Januar 2015 mit 51,25 Euro. Der Höchstkurs lag im ersten Halbjahr bei 56,50 Euro, der Tiefstkurs bei 49,08 Euro. Am Ende des Berichtszeitraums am 30. Juni 2015 schloss die Aktie der ALBA SE mit 52,00 Euro.

Entwicklung der Segmente im Einzelnen

Stahl- und Metallrecycling

Die Stahlschrottbranche war auch im ersten Halbjahr 2015 durch schwierige Rahmenbedingungen gekennzeichnet. Die Weltrohstahlproduktion sank gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 2 Prozent. Die rückläufigen Preise für den Primärrohstoff Eisenerz sorgten auch im Berichtszeitraum dafür, dass die Elektrostahlproduktion, bei der im Gegensatz zum Hochofenverfahren überwiegend Stahlschrotte eingesetzt werden, im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2014 abermals sank. In Deutschland lag dieser Rückgang bei 3,6 Prozent. In der Konsequenz lagen die Stahlschrottpreise unter den Preisen des Vorjahresvergleichszeitraums. So sank beispielsweise der durchschnittliche Lagerverkaufspreis der Leitschrottsorte 2 von 279,20 Euro pro Tonne im ersten Halbjahr 2014 auf 242,70 Euro pro Tonne im Berichtszeitraum.

 

Bis auf den Aluminiumpreis, der sich um 1,7 Prozent auf 1.782 US-Dollar pro Tonne erhöhte, waren die Preise für Nichteisen-Metalle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zwar ebenfalls rückläufig, wurden jedoch durch Wechselkurseffekte stabilisiert. Der Durchschnittspreis für Kupfer sank um 14,3 Prozent auf 5.928 US-Dollar Euro pro Tonne, während sich der durchschnittliche Preis für eine Tonne Nickel um 17 Prozent auf 13.677 US-Dollar reduzierte.

Die schwierige Marktsituation im Segment führte zu einem Druck auf die Margen und belastete das Ergebnis. Diese Effekte konnten jedoch überkompensiert werden. Die Veräußerung von Plätzen sowie Kostensenkungen aus dem Reorganisations- und Effizienzsteigerungsprogramm führten zu einem Anstieg des EBITDA. Außerdem trug dazu bei, dass in den ersten sechs Monaten 2015 keine erneuten Restrukturierungsaufwendungen anfielen.

Auch das EBT erhöhte sich. Neben den beschriebenen Effekten, die zu einer Steigerung des EBITDA führten, sanken gegenüber dem Vorjahr Abschreibungen und Zinsaufwendungen.

Der Umsatz wuchs von 595,2 Mio. Euro in den ersten sechs Monaten 2014 auf 621,4 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2015. Dieser Anstieg ist zum einen auf die Erhöhung der gehandelten Tonnage an Nichteisen-Metallen und den gestiegenen Aluminiumpreis zurückzuführen. Zum anderen sorgten aufgrund des schwachen Euros Wechselkurseffekte insbesondere bei Kupfer für die Umsatzausweitung. Diese Entwicklung überkompensierte den Umsatzrückgang im Handel mit Eisenschrott-Mengen.

Die gehandelten Eisenschrott-Mengen lagen in den ersten beiden Quartalen 2015 mit 1,12 Millionen Tonnen nur unwesentlich unter den gehandelten Mengen des Vergleichszeitraums (1,18 Millionen Tonnen), die Tonnage an Nichteisen-Metallen konnte mit 183.000 Tonnen um 12.000 Tonnen leicht gesteigert werden. Unter Berücksichtigung der in der zweiten Jahreshälfte 2014 durchgeführten Portfoliooptimierung ist es der ALBA SE gelungen, ihre gehandelten Eisenschrott-Mengen um 134.000 Tonnen und die vermarktete Tonnage an Nichteisen-Metallen um 19.000 Tonnen zu steigern.

Dienstleistung

Das Segment Dienstleistung erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten 2015 Umsatzerlöse in Höhe von 172,1 Mio. Euro und damit erheblich mehr als im Vorjahr (1. Hj. 2014: 155,0 Mio. Euro).

Die Umsatzerlöse im Bereich der Transportverpackungen bewegten sich in den ersten sechs Monaten des Berichtszeitraums auf dem Niveau des Vorjahresvergleichszeitraums. Dem intensiven Wettbewerb und damit verbundenen Preisnachlässen gegenüber Kunden sowie geringeren Erlösen aus der Rohstoffvermarktung standen Nachmeldungen, eine positive Entwicklung des Auftragsbestandes und Neuverträge gegenüber.

Das Geschäft mit Verkaufsverpackungen verzeichnete im ersten Halbjahr 2015 deutliche Umsatzsteigerungen. Grund dafür ist die im Zuge der siebten Novelle der Verpackungsverordnung gesteigerte Menge an lizenzierten Verpackungen. Nach Inkrafttreten der Novelle stieg die lizenzierte Menge an Leichtverpackungen in den Gelben Tonnen/Gelben Säcken, für die ordnungsgemäß die Recyclingabgabe entrichtet wurde, deutlich. Die Mengenmeldungen für das dritte Quartal 2015 bestätigen diese positive Entwicklung.

Am 27. Juli 2015 unterzeichneten die Betreiber dualer Systeme zudem einen neuen Mengenclearingvertrag und setzten damit einen überarbeiteten Entwurf der Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) um, der die Prüfung der Mengenmeldungen von Maklern und Handelsunternehmen regelt. Damit leisten die Systembetreiber einen weiteren Beitrag zur Optimierung und Sicherung der privatwirtschaftlich organisierten haushaltsnahen Verpackungsentsorgung.

Der Dienstleistung Recycling Solutions Interseroh (Management der Filial-, Lager- und Produktionsstätten-Entsorgung und Vermarktung der gewonnenen Rohstoffe) gelang es trotz gesunkener Erlöse aus der Vermarktung von Rohstoffen aufgrund neuer Aufträge ihre Umsätze moderat zu steigern.

Positiv wirkte sich zudem die Liberalisierung des österreichischen Marktes für das Recycling von Verkaufsverpackungen aus.

Sowohl das Segment-EBITDA als auch das Segment-EBT liegen zum Halbjahr über den Werten des Vorjahres. Die erheblich gesunkenen geschäftsmodellbedingten periodenfremden Effekte aus dem operativen Systemgeschäft wurden durch die positiven Effekte zusätzlicher Lizenzmengen im Verkaufsverpackungsrecycling in Deutschland und Österreich überkompensiert.

Ausblick

Zu Beginn des Geschäftsjahres ging der Weltstahlverband noch von einem Wachstum der globalen Stahlnachfrage von 2 Prozent aus. Inzwischen korrigierte er diesen Wert auf 0,5 Prozent. Grund dafür sei vor allem die rückläufige Nachfrage in China. Das Land wolle seine Produktionskapazitäten dennoch aufrechterhalten. Die daraus resultierenden überschüssigen Mengen werde die Republik zu geringeren Preisen auf dem Weltmarkt platzieren mit negativen Konsequenzen für die Weltmarktpreise und einer Belastung des globalen Stahlmarktes. Analysten prognostizieren für 2015 eine Erhöhung der chinesischen Stahlexporte um 25 Prozent. Einige Stahlproduzenten würden sogar eine Steigerung um 50 Prozent planen.

Risiken für den europäischen Stahlmarkt gingen auch von Russland aus. Der dortige Wirtschaftsabschwung werde zu vermehrten Exporten in die EU führen.

Es ist davon auszugehen, dass der Eisenerzpreis auch weiterhin niedrig bleibt. Trotz des Preisverfalls wollen die großen Minenbetreiber den Abbau weiter forcieren, um kleinere Anbieter aus dem Markt zu drängen.

Im Handel mit Nichteisen-Metallen wird mit stabilen Preisen gerechnet.

Vor diesem Hintergrund und aufgrund der Entwicklungen im ersten Halbjahr 2015 erwartet das Management für das gesamte Geschäftsjahr 2015 weiterhin einen unwesentlichen Rückgang der gehandelten Eisenschrott-, aber eine leichte Steigerung der gehandelten Mengen an Nichteisen-Metallen. Die Umsatzerlöse werden 2015 gegenüber 2014 marginal steigen. Für EBITDA und EBT wird weiterhin mit einer außergewöhnlichen Steigerung bis Ende 2015 gerechnet.

Im Segment Dienstleistung rechnet das Management unter anderem aufgrund der Preisrückgänge für Folien und PET im Vergleich zum Vorjahr mit einem moderaten Anstieg der Umsatzerlöse.

Auch beim EBITDA und EBT wird gegenüber 2014 eine leichte Steigerung erwartet. Grund dafür sind die positiven Effekte zusätzlicher Lizenzmengen im Verkaufsverpackungsrecycling in Deutschland und Österreich sowie positive geschäftsmodellbedingte periodenfremde Effekte aus dem operativen Systemgeschäft.

Für das Geschäftsjahr 2015 erwartet die ALBA SE insgesamt einen leichten Umsatzanstieg sowie einen starken Anstieg des EBITDA gegenüber 2014. Das Management rechnet zum Ende des Geschäftsjahres wieder mit einem positiven, ebenfalls stark angestiegenen EBT. Damit hätte sich der Turnaround für das Gesamtjahr bestätigt.

Den Halbjahresfinanzbericht finden Sie unter:

http://www.alba.info/ALBASE/Quartalsbericht-2015-2