Presse
20.07.2022

Gut gemeint: Große Mehrheit trennt den Müll und schadet dennoch dem Klima

Civey-Studie im Auftrag von ALBA

+++ Die Deutschen beteiligen sich laut einer aktuellen Civey-Umfrage mit großer Mehrheit am Mülltrennen. Doch der Abgleich mit der Realität zeigt: Die Deutschen trennen zwar überwiegend gerne Müll, aber offensichtlich größtenteils falsch. Das hat schwere Auswirkungen für den Klimaschutz. +++

Berlin – Laut einer repräsentativen Civey-Umfrage für das Umwelt- und Recyclingunternehmen ALBA geben nur 3,8 Prozent der Deutschen an, ihren Abfall gar nicht zu trennen. Rund 85 Prozent werfen jeweils ihr Altglas in den Container und benutzen die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Über 90 Prozent geben ihr Altpapier zum Recyceln. Die Älteren nehmen es dabei etwas genauer als die Jüngeren, auf dem Land trennt man seine Abfälle etwas gewissenhafter als in der Stadt. Civey befragte Mitte Juli über 2.500 Bundesbürger zum Thema Mülltrennung.

Die Zahlen geben Hoffnung. ALBA-Chef Eric Schweitzer: „Die Deutschen wollen mit überwältigender Mehrheit Ressourcen schonen, Energie sparen und so das Klima schützen. Doch das scheinbar gute Ergebnis täuscht.“ Denn einer Studie des Umweltbundesamts zufolge sind zwei Drittel des Inhalts der Restmülltonne Abfälle, die man eigentlich getrennt sammeln und recyceln könnte. Den größten Anteil nimmt davon wiederum Bioabfall mit knapp vierzig Prozent ein. Tatsächlich gaben in der Civey-Umfrage über 35 Prozent der Befragten an, ihren Biomüll nicht zu trennen, sondern in die Restmülltonne zu werfen. Dabei verpflichtet seit 2015 das Kreislaufwirtschaftsgesetz jeden zur Mülltrennung – Mieter wie Hausbesitzer.

Civey-Ergebnisse zum Einbetten auf Ihrer Website: 

Alle: <iframe src="https://app.civey.com/embed/results/77a458bd75f3dfef93c9f68df21beeaf" height="500" width="100%" frameborder="0" loading="lazy"></iframe>

Stadt/Land: <iframe src="https://app.civey.com/embed/results/ccf1939de25b3aa391ab3a9812e32477" height="500" width="100%" frameborder="0" loading="lazy"></iframe> 

Alter: <iframe src="https://app.civey.com/embed/results/7ca021d6febd157fef2e65e324cd1bb5" height="500" width="100%" frameborder="0" loading="lazy"></iframe>

Deutschland hat weiter Nachholbedarf bei Mülltrennung und Recycling

Aber nicht nur der achtlos weggeworfene Biomüll trübt das Ergebnis der Civey-Umfrage: Wer Müll trennt, muss auch richtig trennen: Allein in der gelben Tonne sind „Fehlwürfe“ von bis zu 30 Prozent keine Seltenheit, erklärt ALBA-Chef Eric Schweitzer: „Jeder, der seine Abfälle achtlos in die schwarze Tonne wirft oder falsch trennt, füttert damit die klimaschädlichen Müllverbrennungsanlagen im Land.“ Und davon gibt es viel zu viele. 

Was verbrannt ist, ist unwiederbringlich verloren. Je mehr Abfall verbrannt wird, desto geringer ist der Druck den Müll zu trennen, zu sortieren und zu recyclen. Und desto höher sind die Kosten unserer Gesellschaft für Energie und die Produktion neuer Rohstoffe.“ Deutschland hat also weiter Nachholbedarf bei Mülltrennung und Recycling. Zu viel wird vergeudet. Und das Potenzial der Restmülltone ist enorm.

Was sind nun die Schlussfolgerungen des Umfrage-Ergebnisses?

  1. Mehr Information und Aufklärung: Eine Minderheit in der Bevölkerung trennt keinen Müll. Doch vor allem beim Biomüll ist das Potenzial noch erheblich. Hier besteht großer Nachholbedarf an Überzeugungsarbeit seitens Wirtschaft, Kommunen und Politik. Und auch die Mehrheit, die Müll trennt oder trennen will, benötigt wiederholt Anleitung, was in welche Tonne gehört. Informationsangebote mit Tipps zur richtigen Mülltrennung gibt es genug. Diese müssen den Menschen aber offensichtlich näher gebracht werden. 
  2. Preis für die klimaschädliche Müllverbrennung erhöhen: Das Kabinett hat den Vorschlag von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vergangene Woche abgesegnet, Müllverbrennungsanlagen endlich in den deutschen Emissionshandel mit einzubeziehen: Wer Müll verbrennt, soll demnach ab 2023 seinen CO2-Ausstoß bezahlen. Abfall gehört nicht ins Feuer sondern ins Recycling. Derzeit bekommen die Müllkraftwerke sogar noch Geld dafür, dass sie den Restmüll verfeuern und daraus teuer Strom und Wärme verkaufen können. Diese Praxis sollte schleunigst ein Ende finden. Denn die Stadtwerke, die meist die Betreiber der Müllheizkraftwerke sind, haben so wenig Interesse an Mülltrennung und Recycling.

Gegen Putin: Bioabfälle haben mittlerweile geostrategische Bedeutung

  1. Deutschland braucht mehr Biomülltonnen: Seit 2015 sind Städte und Gemeinden in Deutschland nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz verpflichtet, ihren Bürgern ein System zur Trennung von Bioabfällen, also von Küchen- und Gartenabfällen, bereitzustellen. Umweltschutzorganisationen wie der NABU rechneten 2020 vor, dass in 56 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten, also in fast jedem siebten Kreis, keine flächendeckende Biotonne angeboten wird. Dort, wo die Biotonne Pflicht ist, steigt die Pro-Kopf-Sammelmenge rapide an. Hier müssen die Bundesländer schleunigst auf den Vollzug des Gesetzes drängen. Kein Witz: Bioabfälle haben mittlerweile geostrategische Bedeutung. Denn Biomüll wird durch Vergärung zu Biogas und kann so einen Großteil des russischen Erdgas ersetzen.
  2. Finanzielle Anreize für Mülltrennung: Je besser der Müll getrennt wird, desto kleiner kann die schwarze oder graue Restmülltonne ausfallen. Und desto niedriger könnten dafür die Müllgebühren sein. Davon profitieren nicht nur Klima und Umwelt, sondern auch der Geldbeutel von Hausbesitzern und Mietern. Im Gegenzug muss die Bundesregierung wie in Robert Habecks Osterpaket vorgeschlagen, die Biomethan-Erzeugung stärker fördern statt sie weiter klein zu halten. Wie gesagt: Gerade Biomüll hat angesichts der russischen Aggression jetzt und in Zukunft geostrategische Bedeutung.

Über ALBA:

Bereits jetzt betreibt ALBA mehrere Anlagen zur Vergärung von Bioabfällen und Herstellung von Ersatzbrennstoffen. Insgesamt gewinnt ALBA aus Restmüll, Ersatzbrennstoffen, Altholz und Bioabfällen rund 2,8 TWh Strom im Jahr und 2,1 TWh Wärme. Das deckt die Stromversorgung einer Millionen-Stadt und liefert Wärme für eine Großstadt mit etwa 500.000 Einwohnern.

Etwa 69 Prozent der Energieerzeugung bei ALBA Europe sind regenerativ. Zudem speist ALBA noch über 60 GWh Biogas ins Gasnetz ein, mit dem immerhin noch eine Kleinstadt mit 15.000 Einwohnern mit Wärme versorgt werden kann.

An über 100 Standorten in Deutschland sammelt und recycelt ALBA Abfälle aller Art. Ob Papier, Kunststoffe, Glas, Bauschutt oder etwa Biomüll: ALBA verwertet den Müll von rund 25 Millionen Einwohnern fachgerecht, umwelt- und klimaschonend. Das spart Ressourcen, Rohstoffe, Energie und senkt den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid.

5.400 Mitarbeiter aus insgesamt 80 Nationen, darunter über 100 Auszubildende, werden so zu Klimaschützern und machen ALBA zum viertgrößten Rohstoffretter Deutschlands. Mit rund 1,3 Milliarden Euro Jahresumsatz liegt ALBA unter den Top 10 der europäischen Entsorgungsunternehmen.

Foto von Dr. Eric Schweitzer zum Download: https://www.alba.info/newsroom/mediathek/detail/dr-eric-schweitzer/ 

 

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