alba-group-service-glossar-2000

Abfallwirtschaft

Alle Tätigkeiten und Aufgaben, die mit Vermeidung, Verringern, Verwerten und Beseitigen von Abfällen zusammenhängen, werden als Abfallwirtschaft bezeichnet. In Deutschland ist die Abfallwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden. Wie der Statusbericht der deutschen Kreislaufwirtschaft aus dem Jahr 2018 zeigt, haben im Jahr 2016 mehr als 260.000 Beschäftigte in etwa 11.000 Unternehmen einen Umsatz von rund 76 Milliarden Euro erwirtschaftet. Miteingeschlossen sind in der Berechnung für die Branche gebaute Maschinen sowie der Handel mit Recycling-Rohstoffen.

Spektakulär sind die Erfolge der Abfallwirtschaft im Klimaschutz: Wie das Umweltbundesamt in der aktuellsten Berechnung aus dem Jahr 2017 zeigt, belastete die Abfallwirtschaft im Jahr 1990 die Umwelt noch mit 38 Millionen Tonnen CO2-Äquivaleten. Innerhalb von 25 Jahren wandelte sich diese Belastung in eine Entlastung von jährlich etwa 27 Millionen Tonnen.

Der Beitrag der Abfallwirtschaft zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zeigt sich in den weltweit höchsten Verwertungsquoten, durch die Rohstoffe und Primärenergie eingespart werden. In Deutschland wurden laut Umweltbundesamt im Jahr 2017 etwa 67,2 Prozent der Siedlungsabfälle recycelt. Bei einzelnen Abfällen liegen die Recyclingquoten noch höher: bei Bauabfällen betrug sie nach Angaben der Kreislaufwirtschaft Bau im Jahr 2017 rund 88 Prozent, bei Verpackungen lag sie nach Angaben des Umweltbundesamts insgesamt bei etwas über 70 Prozent und bei Altpapier bei rund 83,6 Prozent.

Die Umweltpolitik zielt darauf ab, die Abfall- und Kreislaufwirtschaft in den nächsten Jahren zu einer Stoffstromwirtschaft weiterzuentwickeln. Durch konsequente Getrennthaltung von Abfällen, ihre Vorbehandlung, durch Recycling oder energetische Nutzung wird angestrebt, die im Abfall enthaltenen Stoffe vollständig zu nutzen und eine Deponierung von Abfällen überflüssig zu machen.